Das ABC der HepatitisDie Virus Hepatitiden gehören zu den weltweit bedeutendsten Virusinfektionen. Jährlich infizieren sich ca. 1 Mio. Europäer mit dem Hepatitis B Virus. Allein in Deutschland muss von ca. 30.000 Neuerkrankungen ausgegangen werden.
Hinzu kommen ungefähr 50.000 Neuinfektionen mit Hepatitis A und eine geschätzte Zahl an Neuinfektionen mit dem HC- Virus, die, je nach Quelle, zwischen 5000 und 20.000 liegen. Bei der Hepatitis B und C Infektion kann es zudem zu Chronifizierungen und einem lebenslangen Virusträgerstatus kommen.
Durch die Entwicklung gutverträglicher und wirksamer Impfstoffe gegen Hepatitis A und B wurde die Grundlage für eine Prophylaxe geschaffen, gegen Hepatitis C gibt es allerdings keine Impfung, und die Entwicklung einer solchen ist auch nicht in Sicht.
Als Hepatitis (Hepar=Leber; itis=Entzündung) bezeichnet man eine akute Leberentzündung. Auslöser ist ein RNS- Virus, das heißt, dass die Erbsubstanz ähnlich wie beim HI- Virus einstrangig vorhanden ist (Retrovirus). Viren sind Krankheitserreger mit einer einfachen biologischen Struktur. So sind sie nicht in der Lage, eingenständig zu wachsen oder sich zu vermehren, so dass sie häufig als eine biologische Grenzstruktur zwischen lebendem Organismus und toter Materie angesehen werden. Viren benötigen zur Vermehrung immer Wirtszellen, die sie für den Vermehrungsvorgang nutzen und dabei oft erheblich schädigen. So sind die bekannten Viren häufig Krankheitserreger.
Obwohl alle Hepatitis- Viren von ihren physikalisch- chemischen Eigenschaften, ihrem Aufbau und ihrer Molekularbiologie recht unterschiedlich sind, haben sie alle als gemeinsames Zielorgan die Leber und rufen im akuten Stadium ein ähnliches klinisches Bild hervor. In allen Fällen beginnt die Erkrankung mit eher unspezifischen Symptomen wie zum Beispiel:
- Abgeschlagenheit
- Allgemeines Krankheitsgefühl
- Fieber
- Appetitlosigkeit
- Gelenkbeschwerden
Nach einer Phase der subjektiven Besserung, kommt es manchmal zum Auftreten eines Ikterus (Gelbsucht), begleitet von einer Dunkelfärbung des Urins und Entfärbung des Stuhlgangs. Bei komplikationslosem Verlauf klingen Ikterus und Beschwerden nach zwei Wochen ab und die Erkrankung heilt folgenlos aus. Ein großer Teil der Virusinfektion verläuft anikterisch (ohne Gelbsucht), d.h. es treten nur allgemeine Symptome auf, bzw. der Verlauf ist klinisch unauffällig.
Nur bei einem Drittel aller mit Hepatitis A infizierten Erwachsenen tritt ein Ikterus auf, bei der Hepatitis B bei weniger als der Hälfte aller Fälle und bei der Hepatitis C entwickeln nur 10 % im Rahmen einer akuten Infektion ein typisches Bild.
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